Demeter

Stephan Hamberger gibt Überblick über „Demeter“-Produkte

Bad Reichenhall. Stephan Hamberger, Berater im Demeter- 
Erzeugerring, ist auf seinem elterlichen Hof mit biologischer 
Landwirtschaft aufgewachsen. 1998 hat der Vater auf 
Demeterqualität umgestellt, informierte Hamberger bei einem 

Vortrag im „Treffpunkt Mensch“. 
Referent Stephan Hamberger gab einen Überblick über die 
Entwicklung und Gründung von Demeter im Jahr 2007. 
Demeter-Produktion auf 156400 Hektar 
Er begann mit Fakten über die Geschichte und die Entwicklung der 
Landwirtschaft, die bis vor 150 Jahren durchwegs ökologisch 
gewesen sei. Albrecht Daniel Thaer (1752-1828) habe sich an der 
Landwirtschaft Englands orientiert und brachte diese nach 
Deutschlang. Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung sollten 
von nun an nicht mehr nur dem Eigenverbrauch, sondern auch dem 
Erwirtschaften von Gewinn dienen. Die Industrialisierung der 
Landwirtschaft habe bereits 1920 verminderte Nutzungsqualitäten 
und eine nachlassende Fruchtbarkeit der Nutztiere, ebenso wie 
Ermüdungserscheinungen des intensiv gedüngten Bodens zur 
Folge gehabt. Sortenverluste und zunehmende 
Krankheitsanfälligkeit der Pflanzen gingen damit einher. Rudolf 
Steiner sei damals gefragt worden, wie man diesen Problemen 
begegnen könne. Daraufhin habe er 1924 einen Kurs über 
Landwirtschaft gehalten. 1928 wurde Demeter als Warenzeichen für 
biologisch-dynamische Produkte eingeführt. 
Alle Organisationen des biodynamischen Landbaus in Deutschland 
und deren Publikationen seien später von der NSDAP verboten 
wurden. Inzwischen werde jedoch in 52 Ländern in 5000 Betrieben 
auf etwa 156400 Hektar Fläche nach Demeter-Richtlinien 
gewirtschaftet. Hamberger ging auf die Hörnerfrage bei Kühen ein 
und erklärte, warum diese für die Kühe notwendig seien. Sie 
dienten der Wärmeregulierung – daher haben die Rinder in Afrika 
besonders lange Hörner. Kühe haben eine Körpersprache, bei der 
die Hörner auch der Kommunikation dienen. Außerdem dienten sie 
dazu, den Verdauungsprozess der Kuh unter Kontrolle zu halten. 
Denn in den Hörnern sei ein Röhrensystem mit einem notwendiges 
Druckausgleichsgefäß. Schließlich dienen Hörner auch der 
Gestaltbildung. Demeter habe in Bezug auf die hornlose Zucht der 
Rinder eine Studie mit dem Ergebnis in Auftrag gegeben, dass ab 
2050 kein genetisches Material mehr für horntragende Rinder zur 
Verfügung stehen werde. 

Wirtschaften im Einklang mit der Natur 
Biologisch-dynamisch bedeute, so Hamberger weiter, dass im 
Einklang mit der Natur gewirtschaftet wird. Der landwirtschaftliche 
Betrieb werde als Organismus mit den Bestandteilen Mensch, Tier, 
Pflanze und Boden gesehen, bei dem die Bodenfruchtbarkeit 
erhalten und gemehrt wird und die Tiere besonders wesensgemäß 
gehalten werden. Dabei geht es um eine Wechselwirkung mit dem 
Kosmos ebenso wie zwischen Tier und Pflanze – Futter für die 
Tiere einerseits und Humus und Mist als Dünger für die Pflanzen 
andererseits. Biodynamische Landwirtschaftsbetriebe haben laut 
Hamberger eine Tierhaltungspflicht. Die Präparate für die Düngung 
werden aus pflanzlichen Bestandteilen wie Schafgarbe, Kamille, 
Brennessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian nach genauen 
Rezepten und Vorgehensweisen hergestellt, aber auch aus 
Hornmist und Hornkiesel. Diese Präparate führen dem Boden und 
den Pflanzen die nötigen Kräfte zu. Sie werden als „transmaterielle 
Katalysatoren“ bezeichnet, die den Boden beleben, sensibilisieren 
und die Humusentwicklung fördern sowie eine hohe 
Ordnungsstruktur im Boden und in der Pflanze bewirken, was durch 
eine Studie an Buschbohnen bewiesen werden konnte. 
Grundlage für die biodynamische Landwirtschaft sei die Erkenntnis, 
dass materielles Lebensgeschehen immer konkrete geistige 
Ursachen hat. Als dynamisch wird das Zusammenwirken von 
kosmischen und irdischen Kräften bezeichnet. „Alles auf der Erde 
ist nur ein Abglanz dessen, was im Kosmos vor sich geht“, schreibt 
Rudolf Steiner. Und Wolfgang von Goethe meint das Gleiche, wenn 
er schreibt: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.“ 
Und so erzeugen Demeter-Bauern Lebensmittel, „die den Körper, 
den Geist und die Seele nähren“, was im Anschluss an den Vortrag 
noch ausreichend an einem Büffet mit Demeterprodukten 
ausprobiert werden konnte. 

Brigitte Janoschka 

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